kuehle klaerende luft. ein sichelmond ueber dem vor leben strotzenden bahnhof.
leben ist da drauszen - nicht in mir.
die worte kommen und gehen. lassen sich nicht festhalten. nicht formen. nicht teilen mit anderen. ich sammel sie wie kastanien in meiner jackentasche, in zeitschriften, auf kassenbons und photos. ich kann sie nicht halten.
wir hatten unseren superwuschelwald gefunden. in deinen haenden lebte es sich gut. please keep to the path. mit fruehlingsandeutungen und sonne im ruecken.
gefunden: ein leichtes herz. zuversicht in primeln. aufbruch in schneegloeckchen. tatendrang im bambuswald.
streben nach mehr.
kurze, warme tage voller glueck.
dann diese strasze weiter gehen. immer weiter der sonne entgegen. auftanken. atmen.
[worauf warte ich? was fuerchte ich?]
wir waren einmal. keine 2 jahre her. deine worte fressen mich auf. nochimmer. ich wuehle mich durch unsere briefe. versinke in gedachtem, gesagtem und zwischen den zeilen.
[was waren wir? was sind wir nun?]
ich bin kueken und gefangen in mir selbst. trete mir auf die fuesze. komme nicht an mir vorbei.
es muss etwas anders werden [innen + auszen].
please keep to the path.
[pathfinder in need.]
ich versinke in worten anderer. suche mich in ihnen. haltlos. undurchschaubar. irrend.
es sind schlechte tage. wo bin ich, wenn hier nicht mehr hier ist?
[all die worte, die ich dir nicht sagen kann. [was bin ich ohne dich? was bin ich?]]
in kleinen stuecken liegen sie zerfleddert auf den straszen, bleiben an meinen fueszen kleben, schrittfuerschrittfuerschritt. ich wage nicht mich zu bewegen - jedes vorangehen ist nur ein zurueckblicken. dicht gewebt fallen sie auch auf meine haut. traenensalzigklebrigsueszglasklar.
dies ist heimat und jede strasze, jeder flusz, jede ubahn ist voll von alten worten und blicken und momenten und jeder fluchtversuch, jedes wegsehen haelt nur bis zur naechsten ecke.
ihre worte tragen mich. mit dem ersten ton nimmt sie mich gefangen, dringt in mein herz. ich ein flosz in seenot und sie der sichere hafen. die fuesze gluehen, das herz mit offenen armen, sie streut hoffnung.
sie ist heimat.
wir sind frei.
[ein abend des gluecks, sponsored by mia., 30.01.09, stadthalle offenbach.]
es war januar, als ich dich das erste mal sah. ich nahm dich kaum wahr, doch deinen namen hoerte ich davor und danach so einige male. mein bild von dir war stets unscharf, ungenau, unvollstaendig. du warst nur eine kontur, ein jemand im leben dieses menschen.
bis ich ueber dich stolperte, dir die ersten saetze aus dem aermel ziehen musste. ein erzwungen gequaeltes kennenlernen, das von ihm erst gefordert, dann verflucht wurde. wie aehnlich wir uns waren - in unserm wuenschen, wollen und sein. ich spuerte es sofort, fuer deine erkenntnis gab ich dir noch ein paar tage und geschrieben getauschte worte mehr.
fuer ihn war all dies falsch und waehrend er mich stueck fuer stueck aus seinem leben loeschte [weil er es nicht besser wusste], gruende suchte um mich nicht achten zu muessen, schuf er platz fuer dich innerhalb seiner mauern.
es brauchte wochen und kraft und traenen, dies - so unabwendbar es war - hinzunehmen. du - mit deinem glueck und deinem lachen - warst mir wichtiger.
ich lernte dich lieben, dabei blieb nur wenig zeit. und wenn dieser mensch nicht zwischen uns stuende, so nah bei dir und zugleich meilenweit von mir entfernt, wenn wir zu dritt etwas sein koennten - und das weisz ich so gut, wie du es weiszt - dann waeren auch wir beide nicht meilenweit voneinander entfernt.
es war april, als ich dich das erste mal traf. du kauertest auf diesem stuhl in dieser kueche von diesem menschen, den ich freund nennen wollte - und es auch so meinen.
es ist dezember. ich kauer auf diesem stuhl in dieser stadt und so wie er mich loeschte, wirst auch du es tun.
ich nannte dich freundin und wollte es so sehr.
die welt entzieht sich mir.
das herz ist still geworden - nach dem kampf.
der kopf - kaputt - bringt mich um den verstand.
den wunsch - heimat neu zu definieren - auf mute gestellt, lebt es sich leichter.
das weltweite netz und seine tausend kommunikationsmoeglichkeiten in die ecke geschmissen.
eine zustandsaufnahme.
was bleibt, bin ich - ein ponymaedchen ohne ponyhof.
[den seelenstriptease mach ich laengst schon nur vor mir selbst.]
an tagen wie diesen moechte ich ein baum sein. im herbst alles abwerfen, loslassen, erinnerungen loeschen, mich neu erfinden, jahr fuer jahr.
moechte sein, was ich bin - ein baum und ein zuhause fuer andere - ohne dafuer kritisiert zu werden oder in verkleidungen gesteckt.
moechte wurzeln schlagen, dort, wo heimat ist und nie weg muessen.
stattdessen werde ich in schubladen gepresst, kategorisiert und bewertet, nach den schlimmsten aller kriterien. dass menschen mehr sind, anders und tiefer als es mit zahlen je beschreibbar sen wird, wann lernt ihr das [endlich]? dass ich nicht messbar bin, nicht in kategorien passe und mehr vom leben erhoffe, als eure engstirnigkeit zu tage befoerdern mag.
es ist herbst. ich fmoechte frei sein und neu.
[warum fragt niemand, wie es mir geht?